Thomas Becker Journalist

Ruge spricht

Gerd Ruge 2

Radio sei besonders nah dran am Menschen, heißt es, weil die Stimme zu hören ist, und die gilt ja bekanntlich als Spiegel der Seele. Die Sendezeit, die einem Journalisten im Radio eingeräumt wird, ist aber leider oft sehr kurz. Also sucht, wer einen Beitrag macht, aus Zeitnot möglichst prägnante Stücke, vielleicht 30 Sekunden lang, und schneidet Atmer, Ähs und Öhs heraus. Der Beitrag wird stringenter, die Zwischentöne aber sind futsch. Ich habe längere Passagen von Gerd Ruge aus unserem Gespräch im Eine-Welt-Haus in München herausgesucht, die so wohl nie gesendet würden. Es geht um die Subjektivität und Parteinahme von Journalisten, den Mord an Robert Kennedy und Ruges Erfahrungen im Nationalsozialismus.